Leben mit MS

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Im Juni: MS und Spiritualität

Die Multiple Sklerose (MS) - medizinisch als Encephalomyelitis disseminata (ED) bezeichnet - gilt wegen ihrer vielfältigen Symptome als die "Krankheit mit den tausend Gesichtern".

Betroffene gelangen mit dieser Erkrankung schnell an persönliche Grenzen. Was sind die besonderen Herausforderungen? Sind es die zermürbenden „unsichtbaren MS Symptome" wie Fatigue, Spastiken, Blasenstörungen usw.? Oder die zum Teil erheblichen psychosozialen Folgen und Auswirkungen? Viele Fragen und mindestens so viele Antworten zu möglichen Belastungen, welche ein MS Leiden mit sich bringen kann. Denn ob und welche MS Symptome, ein Patient entwickelt, in welcher Reihenfolge und in welcher Intensität, lässt sich bei keinem voraussagen. Jeder MS-Verlauf ist individuell und führt nicht selten bei Außenstehenden aus Halbwissen schnell zu Unverständnis.

Kann Spiritualität Patienten helfen, wo harte Fakten des Verlustes von Gesundheit und Lebensqualität ihre ganz eigene radikale Sprache sprechen? Ist Krankheit nur Zufall oder hat sie gar etwas mit unserem Leben zu tun? Hat sie womöglich einen Sinn und können wir, wenn wir diesen erkennen, für uns nutzen?

Einige östliche Kulturen integrieren spirituelle Ansätze in ihr Verständnis von Heilung und Therapie. In der westlichen Medizin hingegen bleibt Gesundheit immer noch überwiegend der körperlichen Therapie überlassen. Die Psychosomatik spielt in der Regel eine zu kleine Rolle, wobei gerade hier sich gute Ansätze in der Anthroposophischen Medizin finden, welche sich als Erweiterung der konventionellen Medizin versteht. Und verstärkt auf Therapien setzt, die dem Patienten dabei helfen, eine gesunde Balance für Körper, Geist und Seele zu entwickeln.

In der Spiritualität geht es auch um das Interesse, sich weiter zu entwickeln. Und die Weiterentwicklung als etwas zu sehen, das uns das ganze Leben hindurch begleitet.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es irgendwo noch mehr gibt. Dinge, die unser Leben beeinflussen. Ich kann viele Dinge nicht erklären und glaube, man sollte es auch gar nicht versuchen. Spiritualität bedeutet für mich, das nicht Sichtbare anzuerkennen und seine Existenz zuzulassen. Ich glaube, dass es das Menschsein ausmacht.

Wir kommen unter gewissen Umständen alle einmal an einen Punkt, in der wir Leere in uns verspüren und an dem wir nicht mehr weiterwissen. Vielleicht ist dann der Zeitpunkt gekommen, damit zu beginnen, in sich zu gehen. Die Fragen, die wir uns stellen sollten, sind doch genau die: Wie kann man ein wahrhaft gutes Leben führen, trotz oder gerade mit einem Handicap? Was gehört für mich dazu? Was macht es aus? Und vor allem: Wie komme ich dahin?

Ich persönlich finde es gut, dass es auf eine Frage nicht immer gleich eine Antwort gibt und dass sich durch eine Frage neue Fragen auftun, und ich trotzdem das Gefühl eines Erkenntnisgewinns habe.

„Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist gestern, der andere morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist.” (Dalai Lama)

Ihre „Bella“

Nathalie Todenhöfer Stiftung

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