MS und psychosoziale Folgen

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Im Mai: MS und die psychosozialen Folgen

05.2013

Unser Leben kann noch so gut geplant sein und dabei gibt es Dinge, die lassen sich nicht beeinflussen. Ohne Vorankündigung stellen Sie unser Leben auf den Kopf. Die Diagnose Multiple Sklerose (MS) verändert Lebenspläne Betroffener grundlegend. Das Leben und der Alltag müssen neu definiert werden.

Die chronische Erkrankung MS wirkt sich auf Beruf, Finanzen, Aktivitäten - soziale Kontakte, Familie und Freunde aus. Hoffnungen zerschlagen sich, die Anpassung an das neue Leben ist nicht einfach. Die Annahme und Bewältigung der Diagnose MS benötigt viel Zeit und kann Jahre dauern, bis man sich auf die neue Situation eingestellt hat.

Die MS ist eine chronische entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems und führt zu Schädigungen (Läsionen) und Narben (Sklerosen) in Gehirn und Rückenmark. Auch bekannt als die "Krankheit der tausend Gesichter" - bezieht sich sowohl auf die verschiedenen Krankheitsverläufe wie auf die verschiedenen Symptome, die die MS begleiten können. Das macht sie für Betroffene, ihr Umfeld und Ärzte - verunsichernd, unkalkulierbar und schwierig sie rechtzeitig zu diagnostizieren und den Verlauf individuell zu prognostizieren.

Ermutigend, kaum ein anderes neurologisches Gebiet verfügt über so viel Erkenntniszuwachs - diagnostisch wie therapeutisch - wie das der MS.

Die Ursache der MS ist bis heute nicht geklärt. Es handelt sich um ein breites Spektrum unterschiedlicher Faktoren, die zum Ausbruch dieser chronischen Erkrankung zusammentreffen müssen. Ein erheblicher Faktor spielt dabei das körpereigene Immunsystem. Teile des Abwehrsystems richten sich durch eine Fehlprogrammierung gegend den eigenen Körper, indem sie die Schutzhülle der Nervenfasern angreifen.

In Deutschland leben nach derzeitigen Hochrechnungen rund 130.000 Betroffene und weltweit ca. 2,5 Millionen MS-Betroffene. Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit der geographischen Entfernung zum Äquator an. Frauen sind doppelt so häufig von der MS betroffen wie Männer und beginnt meist im jungen Erwachsenenalter. Das Hoch der Erkrankung liegt zwischen dem 20. und dem 45. Lebensjahr. Der Krankheitsverlauf ist bei jedem Betroffenen individuell und die Symptome unterschiedlich. Die MS gilt bis heute als nicht heilbar.

Bei der MS werden drei Verläufe unterschieden:

  • Der schubförmige Verlauf (plötzlich auftretende Symptome, die sich ganz oder zum überwiegenden Teil zurückbilden).
  • Der sekundär progrediente Verlauf (zu Beginn ein schubförmiger Verlauf, auf den ein kontinuierlich fortschreitender Verlauf folgt).
  • Der primär progrediente Verlauf (von Anfang an schleichend fortschreitender Verlauf).
  • Daneben gibt es viele Zwischenformen. Bei den meisten Betroffenen geht die zunächst schubförmige MS im Lauf der Erkrankung in die sekundär progrediente Form über. Die "Verlaufseinteilung" ist eine Voraussetzung für eine sinnvolle MS-Therapie. Nicht jede Behandlung wirkt bei jedem Verlauf und Betroffenen.

Ein akuter MS-Schub wird mit einer hochdosierten Kortison-Stoß-Therapie behandelt. Der Wirkstoff hemmt den Entzündungsprozess, der einem Schub zugrunde liegt. Zur Behandlung der schubförmigen MS wird eine langfristige Immuntherapie angestrebt. Mit dem Ziel, Schübe zu verringern und das Fortschreiten der Behinderung günstig zu beeinflussen. Je früher ein Therapiebeginn erfolgt, desto besser ist die Aussicht, den Übergang in einen chronisch progredienten Verlauf hinauszuzögern.

Trotz vielfältiger Therapiemöglichkeiten bleibt eine Erkrankung wie die MS für viele Betroffene folgenreich. Betrachtet man den Krankheitsverlauf, zermürbt jeden MS-Betroffenen (90%) die Fatigue = erhöhte Erschöpfbarkeit/Müdigkeit in kurzer Zeit, diese unterscheidet sich deutlich von der Müdigkeit gesunder Menschen. Sie äußert sich durch vorzeitige körperliche Erschöpfung (motorische Fatigue) und/oder geistiger Erschöpfung (kognitive Fatigue). Die Beschwerden nehmen am Nachmittag zu und können mitunter plötzlich auftreten. Es kommt zu keiner Besserung nach dem Ausruhen oder Schlafen. Die Fatigue ist bei MS eines der häufigsten und belastensden Symptome und therapeutisch wie medikamentös nicht wirklich zu beeinflussen. Für die Mehrheit aller MS-Betroffener verursacht Wärme (hohe Außentemperaturen) eine Verstärkung ihrer Beschwerden.

Die Fatigue ist nur ein Symptom von vielen weiteren unterschiedlichen Symptomen, die MS hervorrufen kann. Die Forschung und Entwicklung zur MS hat in den letzten Jahren viel erreicht und neue Erkenntnisse an den Tag gebracht. Neue Medikamente zur Behandlung von MS befinden sich auf dem Weg der Zulassung. Wir sollten dem Neuen hoffnungsvoll entgegensehen.

Es gibt keine einfache Regel für alle Betroffene, aber für jeden einzelnen die Möglichkeit, achtsam mit sich und seinen Veränderungen umzugehen. Achtsamkeit auf eigene Befindlichkeiten, Erwartungen und Bedürfnisse können zu einem stabilen Krankheitsverlauf beitragen.

Genießen sie den Frühling - der fünfte Monat "Wonnemonat" gilt als der schönste des ganzen Jahres, voller Blumen, Farben und Düfte.

Ihre "Bella"

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