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Im März: „Blasenprobleme“

03.2017

Neurogene Blasenfunktionsstörungen sind bei MS-Kranken ein weit verbreitetes Tabuthema. Tatsächlich haben rund drei Viertel aller MS-Betroffenen im Laufe ihrer Erkrankung mit Blasenproblemen zu kämpfen.

Phänomene wie „Wasserlassen“ nimmt jeder als Selbstverständlichkeit hin und geraten erst in den Fokus, wenn diese ihren Dienst nicht mehr auf gewohnte Weise verrichten. In der Regel hat man es dabei mit einem gestörten Funktionszusammenhang zu tun. Bei einer Blasenfunktionsstörung werden die Impulse der Blase zum Gehirn verspätet übertragen oder blockiert. Diese Fehlsteuerung kann die Kontrolle der Blase durch das Gehirn erschweren oder die Koordination von Blase und Schließmuskel beeinträchtigen. Die Blase kann dabei die normale Urinmenge nicht mehr halten und durchs unkoordinierte arbeiten, diese nicht mehr normal entleeren.

Drei Arten neurogener Blasenstörungen lassen sich dabei unterscheiden: Am häufigsten treten bei der MS die sogenannte Detrusor-Hyperreflexie auf. Darunter versteht man eine überaktive Blasenfunktion: die Symptome sind übermäßig häufiger Harndrang und Inkontinenz.
Dem gegenüber steht die Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (Erschwerte Blasenentleerung). Die Blase muss hier durch Pressen (schwacher und unterbrochener Harnstrahl) entleert werden: die Symptome sind Ausscheidung zu geringer Urinmengen und als Folge davon, Restharnbildung die ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen mit sich bringen.
Die dritte Form der neurogenen Blasenstörung, ist die Detrusor-Hyporeflexie (Unvollständige Blasenentleerung). Das Bedürfnis zur Toilette gehen zu müssen, ist selten vorhanden, was zu einer ungenügenden Entleerung der Blase führt (obwohl die Blase gefüllt ist, besteht das Unvermögen Wasser zu lassen und kann schmerzhafte Blaseninfektionen nach sich ziehen).
Im Verlauf einer MS-Erkrankung können Blasenfunktionsstörungen häufiger auftreten und sich verschlechtern. Restharn kann zu schweren Infektionen führen und für chronische Blasenschwäche sorgen – im schlimmsten Fall die Nieren schädigen.

Hand aufs Herz, niemand sucht gerne einen Neuro-Urologen auf, um über intime Einzelheiten wie Blasenentleerungsstörungen zu sprechen. Im Vorfeld einer Erstvorstellung ist es daher ratsam, für einige Tage ein Miktionstagebuch (Miktion = Entleerung der Blase) zu führen, in dem die Trink- und Harnmenge erfasst oder ein unfreiwilliger Verlust von Urin vermerkt werden kann.
Die Erstabklärung besteht in der Regel aus dem Auswerten des Tagebuchs, einer Urinuntersuchung zum Ausschluss eines Blaseninfektes, der Kontrolle der Nierenfunktion anhand der Nierenwerte im Blut, sowie einer Harnstrahlmessung mit Bestimmung des Restharns. Ergibt sich aus diesen Erstuntersuchungen der Verdacht auf eine Blasenfunktionsstörung, so sind ein Ultraschall der Nieren und eine urodynamische Untersuchung sinnvoll. Unter „Urodynamik“ versteht man die Abklärung der funktionellen Abläufe im Harntrakt mit dem Schwerpunkt „Blasenfunktion“. Dazu werden über Messkatheter, die in Blase und Enddarm platziert werden sowie über Elektroden am Beckenboden die Druckverhältnisse in der Blase und im Bauchraum sowie die Reaktionen der Beckenbodenmuskulatur in bestimmten Phasen der Füllung und Entleerung gemessen.

Resümee: Jede Blasenentzündung bei MS-Patienten sollte ernst genommen, durch einen Neuro-Urologen angemessen abgeklärt und behandelt werden.

Ihre „Bella“

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