Forschung und Prävention

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Im Juni: FSME Impfung

06.2022

Steigende Temperaturen locken nicht nur uns nach „draußen“ auch Zecken befinden sich in ganz Deutschland auf dem Vormarsch.

Zecken lieben mildes, feuchtes Wetter – wer jetzt verstärkt im Freien unterwegs ist, sollte darauf achten, keine unerwünschten „Anhalter“ (Zecken) mit nach Hause zu nehmen.

Vor allem bei Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose, besteht im klinischen Alltag Unsicherheit, ob eine FSME-Impfung - den Krankheitsverlauf beeinflussen kann. Ein Team aus Forschern der Rostocker Universitätsmedizin hat herausgefunden, dass die routinemäßig indizierte FSME-Impfung keinen ungünstigen Einfluss auf die Multiple Sklerose Erkrankung ausübt - sowie sicher und gut verträglich ist.

Die FSME Impfung bietet einen Schutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FMSE), eine Hirnhautentzündung, die durch Viren verursacht und durch Zeckenstiche übertragen wird. Bisher war unbekannt, ob die Impfung für MS-Patienten zu empfehlen ist, da Unsicherheit besteht, ob Impfungen neue Schübe auslösen können. Um das zu überprüfen, untersuchten die Rostocker Wissenschaftler in der Studie MS-Betroffene über einen Zeitraum von einem Jahr nach der Impfung. „Die Patienten hatten nach der Impfung sogar weniger Schübe als in den zwei Jahren vor der Impfung. Das wurde auch bei anderen Impfungen beobachtet, möglicherweise stimuliert die Impfung das Immunsystem positiv“, kommentiert Prof. Dr. Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin. Unabhängig von den eingesetzten MS-Therapien konnten die Patienten trotzdem durch die Impfung vor FSME geschützt werden.

Zecken können laut Robert-Koch-Institut (RKI) viele Krankheiten übertragen. Die bekanntesten: FSME und Borreliose

FSME
Zu den ersten Symptomen der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gehören grippeähnliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Fieber. In einer zweiten Phase können sich neurologische Beschwerden einstellen und es kann ggfs. zu einer Hirnhautentzündung kommen. Die Impfung ist somit ein guter Schutz gegen FSME, sie schützt aber nicht gegen Borreliose.

Borreliose
Die Borrelien sind Bakterien, die durch einen Zeckenstich übertragen werden können. Häufig erkennt man eine Lyme-Borreliose-Erkrankung an dem Symptom der Wanderröte. Diese ringförmige Hautrötung kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle beobachtet werden. Bei der Borreliose handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Infektionserkrankung. Die Borreliose kann verschiedene Organe des Körpers befallen, zum Beispiel Haut, Nervensystem und Herz. Ist das Nervensystem befallen, spricht man von einer Neuroborreliose. Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien, die sich über Monate bis Jahre erstrecken können. Man unterscheidet drei Stadien der Erkrankung, die Symptome fallen dabei unterschiedlich aus und reichen von Kopfschmerzen bis Lyme-Arthritis.

Zeckenstich – Prävention:

  • Bei Spaziergängen möglichst auf festen Wegen bleiben und Unterholz, hohes Gras sowie Hautkontakt zu bodennahen Pflanzen meiden.
  • Geschlossene feste Schuhe tragen.
  • Helle Kleidung tragen, die den Körper weitestgehend bedeckt – darauf lassen sich die Zecken leichter auffinden.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper sorgfältig nach Zecken absuchen: Bevorzugte Stich/-Saugstellen sind am Kopf und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen.
  • Die Zecke am besten mit einer speziellen Zeckenpinzette entfernen. Die Zecke dabei im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut, vorsichtig (möglichst ohne die Zecke zu quetschen) und mit gleichmäßigem Zug gerade herausziehen. Anschließend die Wunde desinfizieren.
  • Auf die sogenannte Wanderröte achten: ringförmig, rote Hauterscheinung rund um den Stich, die mittig oft aufgehellt ist.
  • Bei Verdacht suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Portalen: Borreliose und FSME Bund Deutschland: www.bfbd.de und dem ROBERT-KOCH-Institut (RKI): RKI Hinweise zu FSME und Borreliose

„Die Natur, stark und wild, ist wie eine alte, in Schnee gemeißelte Sage, die manchmal in so ferner und zarter Stimmung ist wie ein Gedicht.“ (Fridtjof Nansen, 1861-1930, war ein norwegischer Zoologe, Polarforscher, Diplomat und Friedensnobelpreisträger)

Mit den besten Wünschen für eine „stichfreie“ Zeit im Freien!

Ihre „Bella“

 

Quellen: Universität Roststock Pressemitteilung 25. Mai 2020 
Borreliose und FSME Bund Deutschland
Robert-Koch-Institut

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