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Im Januar: Musik- und Rhythmus bei MS

01.2026

Der größte jährliche Kongress für Multiple Sklerose (MS) ist der ECTRIMS-Kongress (European Commitee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis).

Jährlich finden tausende Forschende und Ärzte aus aller Welt zusammen, um die neuesten Erkenntnisse in der MS-Forschung und Behandlung zu diskutieren. Der jüngste Kongress fand in Barcelona statt und zog über 9.600 Teilnehmer an, was ihn zum weltweit größten Treffen seiner Art macht. Ein Thema aus diesem Kongress wollen wir dabei genauer betrachten - „Musik- und Rhythmus bei MS“. Man weiß, dass Musik und rhythmische Reize motorische und kognitive Prozesse im Gehirn stimulieren können. Studien präsentieren, dass rhythmisch-akustische Signale Bewegungsabläufe mit einer externen Zeitstruktur verknüpfen und in der Folge das motorische System „vorbereiten“. So kann bei Gang-, Gleichgewichts-, Koordinations- oder Feinmotorik Beeinträchtigungen eine musikbasierte Therapie, die neuronale Vernetzung und die Bewegungsqualität begünstigen.

Ein gut untersuchter Ansatz ist die Rhythmische-Akustische Stimulation (RAS). Dabei werden gleichmäßige akustische Signale genutzt, die als „Zeitgeber“ fungieren und Schritte oder Armbewegungen regelmäßiger und flüssiger machen. Einfach gesagt: Die Rhythmisch-Akustische-Stimulation (RAS) koppelt Bewegung an einen klaren Rhythmus, um motorische Abläufe zu verbessern. Studien zeigten, dass dieser Ansatz selbst in Heimübungsprogrammen deutliche Fortschritte im Gehen ermöglichen kann. Motivation und Freude spielen beim Bewegungstraining eine wichtige Rolle. Die Musik kann hierbei ein starke Motivation sein. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass musikbasierende Interventionen nicht nur die Motorik, sondern auch Fatigue, Angst, depressive Symptome und das allgemeine Wohlbefinden positiv beeinflussen können. Entscheidend ist dabei die individuelle Musikauswahl durch die Betroffenen sowie eine fachgerechte Abstimmung von Rhythmus und Tempo durch Therapeut:innen.
Empfehlungen aus der Neurologischen Musiktherapie bieten hierfür eine gute Orientierung (z.B. instrumentale Musik, um Ablenkung zu vermeiden). Insgesamt können Musik- und Rhythmusgestützte Ansätze die Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll ergänzen - vorausgesetzt, sie werden gezielt therapeutisch eingesetzt und begleitet. Vor allem motivieren diese Bewegung neu zu erleben und die eigenen Ressourcen zu stärken.

Die Kernaspekte des ECTRIMS-Programms zielen darauf ab: die aktuelle Forschung, Klinischen Herausforderungen, Biomarker und Diagnostik, Neueste Therapien und den Patientenfokus zu unterstützen und den Wissensaustausch unter Forscher, Kliniker und Gesundheitsdienstleister zu maximieren - um gemeinsam an lebensverändernden Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit MS oder verwandten Krankheiten zu arbeiten. Der nächste Kongress findet in Toronto/Kanada im Oktober 2026 statt.

Winterzauber: Eisblumen blühen, der Fluss steht still, der Januar kommt, wie er will. Mit frostigem Hauch und klirrender Kälte, malt er seine Bilder in die Wälder. Doch in dieser kalten Jahreszeit, liegt auch eine verborgene Heiterkeit. (Autor unbekannt)

Der Januar ist der Monat der neuen Hoffnung. Viel Harmonie, Glück und Freude sind Begleiter, die Ihnen in diesem Jahr nicht fehlen sollten. All das und mehr wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen!

Ihre „Bella“

 

Quelle: MS-Aktuell Nr. 69 

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