
Im Februar: MS und Osteoporose
02.2026
Laut WHO zählt die Osteoporose weltweit zu den zehn häufigsten Erkrankungen. Global sind rund 200 Mio. Menschen betroffen, über 6 Mio. davon in Deutschland.
Eine Multiple Sklerose (MS) Erkrankung erhöht das Risiko für Osteoporose und Osteopenie (Vorstufe): Weil Faktoren wie Vitamin-D Mangel, chronische Entzündungen, Immobilität durch Lähmungen, chronische Entzündungen und Menopause zu einer geringeren Knochendichte beitragen. Ausserdem ist belegt, das neurologische Erkrankungen weitreichende Auswirkungen auf den Knochen haben können. Daher ist Hausärzten, Neurologen und Geriatern empfohlen, eine besondere Aufmerksamkeit auf Patienten zu legen, welche bereits unter einer neurologischen Grunderkrankungen leiden. Auch die Einnahme von Kortikosteroiden kann ein Faktor bei MS-Patienten sein, die zu einer Osteoporose beitragen. Gemeinsame Entzündungsprozesse verbinden die Krankheitsaktivität der MS und beschleunigen den Knochenabbau.
Was bedeutet Osteoporose?
Die Osteoporose (ugs. Knochenschwund) ist eine chronische Skeletterkrankung, bei der die Knochenmasse und -dichte abnehmen und zu einer erhöhten Porosität der Knochen und einem gesteigerten Risiko für Frakturen führt. Osteoporose wird als leise oder schleichende Erkrankung bezeichnet, da sie im Anfangsstadium nur selten Schmerzen verursacht und deshalb lange unerkannt bleibt. In Deutschland werden lediglich ca. 20 % aller Osteoporose – Betroffenen richtig und rechtzeitig diagnostiziert. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Frauen nach den Wechseljahren und Menschen mit neurologischen Grunderkrankungen.
Neurologische Erkrankungen:
Entzündliche Vorgänge im Körper wirken sich nachteilig auf die Knochengesundheit aus sagt PD Dr. Elena Tsourdi Fachärztin für Innere Medizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. „Durch entzündliche Vorgänge werden im Körper bestimmte Botenstoffe (Zytokine) freigesetzt, die den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen.“
Vorsorgemaßnahmen und Früherkennung:
Regelmäßige moderate Bewegungseinheiten (Krafttraining & Dehnen) und eine vitaminreiche ausgewogenen Kombination unterschiedlicher Nahrungsmitteln ist allgemein empfohlen. Zum medizinischen Monitoring (Überwachung) bei MS-Patienten gehört auch: Vitamin D-Spiegel vom Arzt oder Neurologen bestimmen zu lassen. Die Grenzen, die für die allgemeine Bevölkerung oder für Patienten mit Osteoporose ohne MS gelten, unterscheiden sich von jenen, die für Menschen mit MS wichtig sind. Bei MS-Betroffenen liegen die Ziele für den Vitamin-D-Spiegel bei 50 bis 70 ng/ml. Nicht aufgrund der osteologischen, sondern der rein immunmodulatorischen Effekte von Vitamin D, welche am Ende für die Entzündungen von Nervengewebe von Bedeutung sind.
Die Kosten für eine Knochendichtemessung (DXA-Scan) werden von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn eine Indikation mit ärztlicher Überweisung vorliegt und die Einrichtung der Knochendichtemessung eine Kassenzulassung besitzt. Darüber hinaus ist ein Alter über 70 Jahre eine ausreichende Indikation, bei MS-Patienten kann die Kostenübernahme u.U. bereits ab dem 50. Lebensjahr erfolgen. Fehlen die genannten Voraussetzungen, tragen Patienten die Kosten (ca. 50-70 EUR) selbst. Vitamin-D-Mangel führt zu ärztlich verordneter Vitamin-D-Supplementierung. Therapien: Es gibt osteoanabole Substanzen, die den Knochenaufbau fördern. Die Wahl der passenden Therapie hängt vom individuellen Beschwerdebild ab. Um die bestmögliche Therapie zu erhalten ist eine gute Kommunikation zwischen Hausarzt (Neurologe, Orthopäde oder Zahnarzt) wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Risiken von Medikamenten oder Präventionsmaßnahmen.
„Wer nicht redet, darf sich nicht wundern, wenn er missverstanden wird.“ Walter LudinDie gute Nachricht: Durch frühe Prävention und der richtigen Therapie - kann ein gutes Leben mit Osteoporose Erkrankung, durchaus noch möglich sein. Kommen Sie gut durch die bunte fünfte Jahreszeit.
Ihre „Bella“
Quelle: Neurovision_0126 und www.osteoporose-deutschland.de/
