MS-Forschung 5.26

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Im Mai: McDonald-Diagnosekriterien für MS

05.2026

Die Multiple Sklerose ist eine chronische-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystem, bei der das Immunsystem zu Entzündungen im Gehirn und Rückenmark führen kann.

Um eine Diagnose möglichst früh und sicher stellen zu können, nutzen Neurologen die sogenannten McDonald-Kriterien: eine sogenannter Leitfaden, der anhand von Symptomen, Bildgebung (MRT) und Laborwerten festlegt, ob eine MS vorliegt.

Die McDonald-Kriterien 2024 gelten als der internationale Standard zur MS-Diagnose. Die Zielsetzungen: beruhen auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse und deutlich optimierte technische Möglichkeiten, die Diagnose Multiple Sklerose noch früher stellen zu können. Biologische Grundlagen erhalten damit mehr Gewicht, und die MS soll als lückenloser Zusammenhang betrachtet werden, und weniger als trennscharfe Diagnose-Untergruppen wie zum Beispiel schubförmige und primär-progrediente MS. Hierbei hilft, dass sich die diagnostischen Möglichkeiten in den letzten Jahren stark weiterentwickelt haben: Spezielle Sequenzen der Magnetresonanztomografie (MRT) liefern zum Beispiel heute deutlich genauere Informationen und erlauben eine klarere Unterscheidung zwischen MS und anderen Erkrankungen.

Die wichtigsten Neuerungen bei der Diagnose und dem Monitoring:

• Der Sehnerv zählt als zusätzlicher Bereich, in dem typische Entzündungen auftreten können. Damit kann die häufige Sehnerv-Entzündung besser in die Diagnose miteinbezogen werden.

• Ein Laborbefund mit spezifischen Proteinen (Kappa-freie Leichtketten) im Nervenwasser gilt neuerdings als gleichwertige Alternative zu den traditionellen oligoklonalen Banden (OCB), spezielle Proteine, die dem Nachweis einer chronischen Entzündung im Gehirn dienen.

• Neue MRT-Merkmale, wie das zentrale Venenzeichen (CVS): ein hocheffizienter, spezifischer MRT-Marker bei MS. Es zeigt die feine Vene im Zentrum einer Entzündungsläsion. Oder auch Läsionen mit eisenhaltigen Rändern (PRL) welche ein spezifisches radiologisches Merkmal in der MRT darstellen und Radiologen helfen, sie als wegweisende Biomarker für die Diagnose und Prognose der Multiplen Sklerose (MS) zu identifizieren.

In vielen Fällen kann eine Multiple Sklerose bereits nach dem ersten Krankheitsschub sicher festgestellt werden und in speziellen Konstellationen sogar schon, bevor der erste Schub aufgetreten ist. Die Kriterien gelten einheitlich für Kinder und Erwachsene. Zudem gibt es klare Empfehlungen für ältere Menschen, bei denen Durchblutungsstörungen häufig ähnliche MRT-Veränderungen aufzeigen können.

Was bedeutet das für Ärzte und Betroffene?
Die optimierten Kriterien sollen Ärzten ermöglichen, eine Multiple Sklerose wesentlich früher und präziser unter Einsatz moderner diagnostischer Verfahren zu diagnostizieren. Für Betroffene bedeutet eine frühere Behandlung zumeist bessere Chancen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Es besteht immer Hoffnung, dass unser Leben sich verändern kann, weil wir jederzeit Neues lernen können. Alle Menschen können wachsen und ihr gesamtes Leben verändern.
(Virginia Satir)

Das schöne im Mai: Es ist alles grün, die Bäume blühen, und die Termperaturen werden milder bis warm.

Wussten Sie, dass Wolken...keinen Schutz vor UV-Strahlung bieten? Sie verschlucken zwar zum Teil die Strahlung, andererseits reflektieren sie diese aber auch. So kann UV-Strahlung am Boden unter einem teilweise bewölkten Himmel noch stärker sein als unter einem wolkenfreien Himmel.  Meiden Sie daher die Sonne in der Mittagszeit. Tragen Sie eine Kopfbedeckung und schützen Sie alle unbedeckten Körperstellen mit ausreichendem Sonnenschutzmittel - Schatten ist der beste Sonnenschutz!

Ihre „Bella“

 

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